Verfasser:
Josine de Jong , www.bijbelverhalen.nl
Uebersetzung:
Anke Podesser
Eines Morgens
kamen große Planierraupen angefahren. Peter stand am Fenster und schaute zu. Er
sah auch einen Kran mit einer großen Stahlkugel. Damit schlugen die Arbeiter gegen
die Mauern einer Reihe leer stehenden Häuser. Bumm!
Was für einen
Knaller! Er rannte zu seinem Vater und fragte ängstlich. „Werden die unser Haus
auch abreißen, Papa?“
Vater lächelte
und holte einen Plan hervor.
„Schau mal,
Peter,“ sagte er, während er alles mit seinem Finger anzeigte. „Das hier ist
unser Haus und das ist unsere Straße. Dort wo sie jetzt arbeiten, kommt ein
Schwimmbad hin. Darum müssen die alten Häuser weg.“
Vater weiß das
alles deshalb so gut, weil er den Plan selber entworfen hat. Er arbeitet als
Stadtplaner bei der Gemeinde. Voller
Erwartung stellte sich Peter wieder ans Fenster. Wann würde es fertig sein?
König
Nebukadnezar hatte einen Traum. Und dieser Traum macht ihm Angst. Er hat
überhaupt nichts davon verstanden. Wer könnte ihn helfen und den Traum auslegen? Dazu benutzt GOTT...
Nein, schau selber.
„Guten Morgen
Majestät? Haben Sie gut geschlafen?“
Mizra, der
Diener, öffnet wie jeden Morgen die Vorhänge. Zitternd steigt der König aus
seinem Bett.
„Brrr! Ist das kalt!“ sagt er. „Nein, ich habe
nicht gut geschlafen. Ich habe etwas ganz gruseliges geträumt.“
Der Diener fragt
den König ob er in letzter Zeit vielleicht zu schwer gearbeitet habe.
„Nein,“
antwortet Nebukadnezar. „Dieser Traum kam nicht vom zu schweren Arbeiten oder
vom vielen Essen. Das war ein Fenster in die Zukunft.“
Zusammen laufen
sie zum Badezimmer. Heißer Dampf schlägt ihnen entgegen, als die Tür aufgeht.
Mizra probiert, ob das Wasser die richtige Temperatur hat und dann steigt der
König ins Bad. Herrlich. Die Wärme tut ihm gut. Aber den Traum kann er nicht
vergessen. „Ich werde nachher den Traumdeuter kommen lassen,“ denkt er sich.
Später sitzt er
auf einen hohen Thron imThronsaal. Er klopft nervös mit seinen Fingern auf die
Stuhllehne. Gelehrte, Beschwörer und Zauberer stehen vor ihm. Gespannt warten
sie darauf, dass der Fürst anfängt zu sprechen.
„Ich habe einen
Traum gehabt,“ fängt er an, „Und ich möchte eine Auslegung hören.“
Die Gelehrten
nicken verständnisvoll und fragen höflich was er denn geträumt habe.
Verächtlich
schaut der König auf sie herab. Aha! Er hat sie durchschaut. Sie wollen ihm nur
einen Bären aufbinden. „Mein Entschluss steht fest,“ sagt er. „Ihr sagt mir den
Traum und was er bedeutet oder ihr werdet in Stücke gehackt und eure Häuser
werden zu Ruinen gemacht.“
„Was?“ protestieren die Gelehrten. Das kann doch nicht wahr sein! „Sage uns doch bitte den Traum, dann können wir ihn auslegen. Was Sie jetzt von uns verlangen, ist viel zu schwierig. So etwas verlangt kein einziger König von seinen Gelehrten. Nur die Götter können das wissen und die wohnen nicht bei den Menschen.“
Der König wird
immer wütender.
„Ihr wollt Zeit
gewinnen, oder? Aber mein Entschluss steht fest.“
Er gibt den
grausamen Befehl alle Weisen von Babel umzubringen, sogar diejenigen die jetzt
nicht beim König sind. Und dazu gehören auch Daniel und seine drei Freunde. Als
Daniel all dies erfährt, bittet er höflich um Aufschub. Der König stimmt zu.
Daniel geht mit
ernstem Gesicht in sein Haus und sagt zu seinen Freunden: „Wir müssen beten und
GOTT darum bitten, dass Er uns den Traum offenbart.“
„Ich habe
Angst!“ stöhnt Asarja, „ sicher hat unser letztes Stündlein geschlagen.“
„Jetzt beruhige
dich mal wieder,“ sagt Mischael, „darüber entscheidet schließlich immer noch
GOTT.“
„Du hast recht,“
sagt Daniel, „Hananja, gehe du mit den Anderen in mein Studierzimmer und betet
zu GOTT. Ich werde in meine Betkammer gehen. Möge GOTT uns beistehen.“
In dieser Nacht
durfte Daniel GOTTes Plan sehen. Deshalb lobte er den GOTT des Himmels und der
Erde, der GOTT der Weisheit und Erkenntnis gibt, der Verborgenes offenbart. Am
nächsten Morgen wird Daniel vor den König gebracht.
„Kannst du mir
den Traum und seine Auslegung sagen?“ fragt dieser.
Daniel nickt:
„Das Verborgene nachdem der König fragt, können die Gelehrten und Weisen Ihnen
nicht erzahlen, Majestät. Aber GOTT im Himmel kann es. Sie träumten vom Plan
GOTTes. Da war ein großes Standbild,
sein Glanz war außergewöhnlich, und sein Aussehen war furchtbar. Das Haupt des
Bildes war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch
und seine Lenden aus Bronze. Seine Schenkel waren aus Eisen, seine Füße teils
aus Eisen und teils aus Ton. Du konntest sehen, dass ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände. Der traf das Bild
an seinen Füßen aus Eisen und Ton und zermalmte sie. Da wurden zugleich das
Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der
Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und
der Stein, der das Bild erschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.“
Der König nickt.
Genau so war es.
„Und jetzt die
Erklärung,“ redet Daniel weiter, „Sie, o König, sind das goldene Haupt.
Nach ihnen
werden noch viele Königreiche kommen.
Aber einst werden all diese Königreiche verschwinden. Dann kommt GOTTes
Reich auf Erden.“
Nebukadnezar
steht auf und steigt von seinem Thron herunter. Er kniet sogar vor Daniel
nieder.
„Tatsächlich,“
sagt er heiser, „Dein GOTT ist der GOTT der Götter, der Herr der Herren und der
König der Könige.“
So wie Peter in
den Plan seines Vaters schauen durfte, so durfte Daniel, als Freund GOTTes, in
GOTTes Plan hinein schauen. Und Nebukadnezar sollte es wissen:
Das Königreich
GOTTes wird kommen!