OT53    An deinem Platz, Jona!

Verfasser: Josine de Jong, www.bijbelverhalen.nl

Uebersetzung: Anke Podesser

 

 

Musst du auch manchmal etwas machen zu dem du keine Lust hast? Was machst du dann? Du verschwindest, stimmt das?

Es war einmal ein Knecht Gottes, der hatte auch keine Lust die Arbeit zu erledigen, die ihm aufgetragen worden war. Zieh deine Regenjacke an, dann gehen wir ihn uns mal anschauen.

 

Platsch!

Der Regen schlägt Jona ins Gesicht als er nach oben kommt. Was für ein Wetter. Der Wind reißt ihm die Luke fast aus der Hand. Ein Matrose hilft ihm und zusammen legen sie die Luke wieder an ihrem Platz. Wie das stürmt. Und er hat sogar weiter geschlafen. Gut, dass sie ihn geweckt haben. Hörst du wie die Spanten knirschen?  Jetzt schaut das Schiff ganz klein aus. Als es im Hafen von Jafo lag, hat es wie ein großes vertrauenswürdiges Schiff ausgesehen. Aber jetzt, mitten in den gewaltigen Wellen ist es nur eine Nussschale. Jona hält sich mit aller Kraft fest.

„Halte dich gut fest!“ schreit der Kapitän etwas überflüssig.

Jona nickt. Jemand ruft: „Rudern!“ und ein paar mutige Matrosen greifen in die Riemen. Sie reiten auf einer Welle nach unten. Eine hohe Wassermauer steigt vor ihren Augen auf. Es sieht so aus als ob die Luft auch Wasser wäre. Wassermassen stürzen auf sie herab. Eine Kiste, auf der mit großen Buchstaben eine Adresse in Tarsis steht, fängt an zu rutschen. Sie rutscht in Jonas Richtung. Dann fühlt er eine Hand, die ihn zur Seite zieht. Gerade rechtzeitig. Es ist der Kapitän, ein großer Mann mit einem Schnurrbart und stechende Augen.

„Komm mit hinunter,“ brüllt er in Jonas Ohr. Sie spüren wie sie aufgehoben werden. Einen endlos langen Augenblick schweben sie in der Luft ehe das Schiff wieder auf den Wellen aufschlägt. Der Kapitän zieht ihn mit sich, ruft etwas zu den anderen und dann verschwinden sie, einer nach dem anderen, im Bauch des Schiffes.

Hier unten kann keiner stehen bleiben. Was nicht festgebunden ist, rutscht von links nach rechts und von vorne nach hinten. Es ist halbdunkel. Licht kann man auch keines machen. Jona hört viele fremde Geräusche um sich herum. Gebete werden gemurmelt. Manche halten eine Statue in der Hand oder ein Amulett. Der Kapitän drückt ihm einen Becher mit Steinchen in der Hand. Jona nimmt eines.

„Derjenige, der den Stein mit dem Punkt hat, ist der Schuldige.“ sagt er.

Jeder starrt in dem dämmrigen Licht auf das Steinchen in ihrer Hand. Sie drehen und wenden es. Niemand. Niemand?

„Und du, Fremder? Hast du es?“ fragt ihn jemand.

„Ja, ich...“ antwortet Jona, aber er ist mit seinen Gedanken nicht dabei. Er kämpft mit sich selbst.

„Du hast noch nicht einmal nachgeschaut,“ hört er neben sich sagen.

„Was? O nein..“ Jona sucht den Punkt. Da ist er. „Siehst du? Ich bin der Schuldige.“

Jetzt, da er es ausgesprochen hat, fühlt er sich schon viel besser. Dann rufen alle durcheinander.

„Wer bist du?“

„Wo kommst du her?“

„Wer ist dein GOTT?“

„Ich bin ein Hebräer,“ erzählt Jona. „Ich glaube an den HERRN, den GOTT des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.“

 

Es schaut so aus als ob der Sturm etwas nachlässt. Es scheint so, als ob der Wind kurz den Atem anhält um zuzuhören was der Knecht des HERRN sagt.  Die Männer sind beeindruckt. Jona  hat eine laute, deutliche Stimme und was er sagt, dringt tief in die Herzen  der Schiffsmannschaft. Manche legen ihre Götzen beiseite. Das ist also GOTT, der GOTT, der Einzige, der alles gemacht hat...

Jona endet mit der Bitte: „Wirft mich ins Meer, dann wird es ruhiger werden.“

Seine eigenen Worte haben ihm selbst Mut gegeben. Die Matrosen nehmen Jona und werfen ihn ins kalte, wilde Wasser. Plumps! Und zu ihrem Erstaunen nimmt der Sturm ab.

Das Wasser wird ruhiger. Sie kommen zu dem Schluss, dass der GOTT dieses Mannes sogar einen Sturm beherrscht.

Und Jona? Ertrinkt er? Nein. GOTT sorgt dafür, dass ein großer Fisch vorbei kommt und ihn schluckt. Drei Tagen lang sitzt er im Bauch des Fisches. Dann ruft Jona zu GOTT und der Fisch spuckt ihn auf dem Trockenen wieder aus.

 

Warum seufzt du? Fandest du es so schön? Ja, ich auch. Und ich denke auch an dich und mich. Wir sind doch auch Knechte des HEERN. Wenn wir mal weggehen dürfen wir um Vergebung bitten und dann können wir wieder von vorne anfangen.

Also, jeder an seinen Platz!