Verfasser: Josine de Jong, www.bijbelverhalen.nl
Uebersetzung: Anke Podesser
„Es ist
VORBEI mit Elia!“ kreischt eine Frauenstimme wütend.
„Vor –
bei! Hat das jeder gehört?? Ich schwöre bei allen Göttern, dass ich ihn morgen
umbringen lassen werde!“...
Wer ist
denn diese böse Frau mit ihren langen roten Nägeln und kohlrabenschwarzen
Augen, die da mit ihren hohen Absätzen auf den Boden stampft? Sie stinkt nach
Parfüm. Und weshalb ist sie so wütend auf GOTTes Knecht?
Es ist
Königin Isabel, die gottlose Frau von König Ahab. Sie hat soeben von ihrem Mann erfahren, dass Elia alle ihre
Baalspriester hat töten lassen. Alle vierhundert Mann! Und dabei war sie so stolz auf die Priester.
Die waren so herrlich schlecht und haben genau gemacht was sie wollte.
Alle
Achtung! Die ist vielleicht wütend!
Zähneknirschend gibt sie einem Boten den Auftrag zu Elia zu gehen, der im Tor
der Stadt sitzt und isst.
„Sage ihm,
dass er morgen sterben wird!“ klingt es bösartig.
„Lauf!“
Das ist
das einzige Wort, das Elia in den Sinn kommt. Er ist todmüde. Gestern hat er
einen gewaltigen Sieg für den HERRN errungen. Es war eine Art Wettstreit
zwischen dem HERRN GOTT und dem Gott Baal. GOTT hat dem ganzen Volk eindeutig
gezeigt, dass Er der wirkliche lebendige GOTT ist. Auf Elias Gebet hin sandte Er Feuer vom Himmel, so dass das Opfer
verbrannte. Und die Baalspriester standen ziemlich dumm da.
Das Volk
war außer sich vor Freude und hat gerufen: „DER HERR IST GOTT! DER HERR IST
GOTT!“ Elia musste nur einen kleinen Befehl geben und alle Bösewichte wurden
getötet. Aber als ihn jetzt die Frau Isabel bedroht, hat er nicht mehr denn Mut
tapfer zu sein. Laufen, auf und davon!
Mit seinem
Diener flüchtet er nach Süden.
Es ist
eine ziemlich große Strecke von Jisreel, dem Wohnsitz von König Ahab, bis nach
Beerscheba im Süden. Elia und sein Diener laufen die Distanz in einer
Rekordzeit, immer zurückschauend, ob sie nicht verfolgt werden. Jedes
Hufgetrappel lässt sie im Gebüsch verschwinden. Kommen Isabels Soldaten?
„Ich
denke, dass wir uns hier besser trennen,“ sagt Elia als sie in Beerscheba wieder etwas zu sich gekommen sind. „Warum
solltest du einem solch en misslungenen Propheten wie mir folgen? Ich habe
eingesehen, dass das Volk GOTT sowieso untreu ist.“
Ganz
allein geht er weiter in die Wüste.
Die Wüste
ist so groß! Weit wie das Meer, glühend heiß und unzugänglich. Steine, Felsen,
Sand und Dornbüsche. Gelbbraun, Rotbraun und Weiß. Skelette liegen auch einige
herum. Es ist das Land des Todes. Den ganzen Tag schleppt sich Elia weiter,
seine Arme hängen schlaff hinunter, sein Blick ist trüb. Schließlich bricht er
unter einem Strauch zusammen. „Oh GOTT, lass mich doch sterben. Ich kann nicht
mehr.“ stöhnt er. Er sieht sein Leben vor seinen Augen vorüberziehen, seinen
Dienst für GOTT. Es ist alles sinnlos. Gibt es überhaupt noch jemanden, der an
GOTT glaubt? Sicher nicht! Was ist bloß übrig geblieben von dem Bund zwischen
GOTT und Israel? Elia denkt zurück an die Geschichte von Mose am Berg Sinai.
Weinend schläft er ein.
Pffft.
Pssssst.
Leise
lässt der Wind feine Sandkörnchen auf den einsamen Knecht GOTTes regnen. Der
Sand rinnt in seine alten verschlissenen Sandalen. Er dringt in die Falten
seines gestreiften Mantels ein und kriecht zwischen die Haare seines Bartes.
Stunde um Stunde verstreicht. Elia
schläft. Wird er ganz unter dem Sand verschwinden? Nein, GOTT hat noch
wichtige Arbeit für ihn zu tun.
Zwei Mal
weckt ihn ein Engel um ihm etwas zu essen und zu trinken zu geben.
„Du musst
eine lange Reise machen, Elia,“ sagt der Engel. Ja, GOTT will dass er bis zum
Sinai geht. Dort wird er ihm zeigen, dass sein Werk noch lange nicht vorbei
ist. Elia sieht leckeres Brot, gebacken auf glühend heißen Steinen. Er trinkt
aus dem Wasserkrug, der daneben steht. Und dank dieser himmlischen Nahrung kann
er wieder tagelang weiterwandern.
Es ist
Nacht. Der 3 000 Meter hohe Berg Sinai, Teil des Gebirges Horeb, hebt sich
schwarz und drohend gegen den klaren Nachthimmel ab. Millionen und aber Millionen
von Sternen funkeln darüber. Man spürt wie klein man eigentlich ist, wenn man
das alles ansieht. Der Vollmond wirft lange gespenstische Schatten über die
Felsen. In einem Felsspalt am Fuße des Berges liegt Elia und schläft, ein
kleiner Mensch in einem unendlichen Universum. Aber GOTT kann ihn finden.
Mitten in der Nacht ertönt Seine Stimme: „ Was machst du hier, Elia?“ Elia ist
sofort hellwach. Er setzt sich auf und stottert: „ HERR, bist du das? Ich habe
mein Bestes getan für dich, aber die Israeliten haben deinen Bund verlassen.
Jetzt bin nur noch ich übrig geblieben. Und sogar mich wollen sie umbringen!“
„Komm doch
einmal heraus,“ sagt der HERR GOTT einladend. „Stelle dich vor mein Angesicht.“
Und
dann zeigt er Elia durch einen
gewaltigen Sturm, durch ein Erdbeben und durch Feuer vom Himmel, dass er
furchtbar mächtig ist. Elia wankt und hält sich die Ohren zu. Mit seinen Händen
sucht er nach Halt.
„Oh, GOTT,
hilf mir. Ich kann dich hier nicht finden!“ ruft er. Nein, GOTT ist nicht in
den Sturm, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer. Aber in dem sanften Wind, der
darauf folgt.
„Schschsch,
schschsch!“ rauscht es um Elia herum. Sein Herz wird mit Frieden erfüllt.
Voller Ehrfurcht geht er hinaus, er
wartet bis GOTT reden wird.
„Was
machst du hier, Elia?“ klingt es wieder. „Ich habe noch wichtige Arbeit für
dich zu tun. Gehe zurück in dein Land. Zwei Könige musst du salben und Elisa
als deinen Nachfolger anstellen. Und... denke daran: es werden sicher 7 000
Menschen übrig bleiben, die sich nie vor dem Baal beugen werden.“
So ein
wichtiger Auftrag und was für ein Trost. Elia wird wieder froh.
„Vorbei?
Gar nichts ist vorbei! GOTTes Plan mit Israel geht weiter. Isabel muss sich
warm anziehen!“