Verfasser: Josine de Jong, www.bijbelverhalen.nl
Uebersetzung: Anke Podesser
Es war
Elternabend. Als die Kinder von Lehrerin Connie am Morgen in die Klasse kommen,
muss zuerst aufgeräumt werden.
„Stefan,
sammelst du bitte die Zeichenhefte ein und Andy die Bücher,“ sagt sie. Martina,
die herumhüpft
weil sie auch etwas tun möchte, protestiert lauthals.
„Frau
Lehrerin, das ist gemein. Sie nehmen nur Buben.“
Die
Lehrerin antwortet erstaunt: „Es geht doch nicht um Buben oder Mädchen,
Martina. Ich wähle einfach ein paar Kinder aus.“
Andy
genießt es eigentlich schon ein bisschen dass Martina nicht helfen darf. Er
neckt sie: „Mädchen sind nicht wichtig. Weißt du warum nicht? Sie sind nicht
einmal auf einer Banknote. Haha!“
Sofort
fangen die Buben an vor Freude auf die Bänke zu trommeln, während die Mädchen
bestürzt dreinschauen. Die Lehrerin beruhigt sie lächelnd.
„Gleich
werde ich euch eine Geschichte erzählen, die zeigt wie wichtig Frauen sind.“
Kurze Zeit
später sitzen sie gemütlich im Kreis und hören gespannt zu.
Im
prächtigen Garten Eden steht ein Mann und schaut mit riesigen Augen voller
Erstaunen. Abwechselnd schaut er sich selbst an und die Welt um ihn herum. Es
ist Adam, der erste Mensch. Die herrlichen Düfte, das Rauschen der Bäume und
der Flügelschlag von einem wegfliegenden Vogel...
Es ist so
schön. Vorsichtig setzt er seine Füßen auf das nagelneue Gras das zwischen
seinen Zehen kribbelt.
„GOTT
Vater,“ flüstert er ehrfurchtsvoll. „ Ich bin so erstaunt. Was ist dies alles?
Warum bin ich hier?“
Und GOTT
der Vater, der ihn ganz nah ist, antwortet liebevoll: „ Das ist Leben, mein
Kind. Ich gebe dir diesen Garten als Lebensraum. Du musst ihn bearbeiten und
bewahren.“
„Leben mit
einem Auftrag?“ denkt Adam. „Was werde ich alles erleben? Ich kann riechen,
sehen, hören, fühlen...“
Um ihn
herum bewegt sich alles, es hüpft, springt, flattert, kriecht... Mmm!
Interessant! Es gibt vieles zu entdecken.
Was für
eine Welt. Was für ein Leben! Im einen Moment liegt Adam auf den Knien vor
einem großen Ameisenhaufen und im nächsten Moment sieht er einen Käfer, der
Bällchen rollen kann, oder einen Fisch, der mit Wassertropfen schießt...
Irgendwo in einem Strauch sitzen ein paar junge Vögel und zwitschern laut um
Essen, ihre Schnäbelchen weit geöffnet. Die Alten fliegen hin und her. Adams
eigener Magen fängt auch an zu knurren. Würde es etwas zu essen für ihn geben?
Überall wächst herrliches Obst an den Bäumen, das man einfach so pflücken kann.
Er läuft hinüber, aber GOTT hält ihn zurück.
„Warte ein
Moment Adam. Zuerst muss Ich dir etwas
erzählen. Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, auch von dem Baum des
Lebens, dort in der Mitte. Aber von dem Baum daneben musst du die Finger
lassen. Das ist der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, wenn du davon isst
wirst du sterben.“
Sag mal,
hat GOTT jetzt etwas gemacht was nicht gut ist? Ein Baum, wegen dem man sterben
muss? Nein. Es ist genauso wie mit Elektrizität. Der Mensch muss lernen damit
umzugehen. Er muss wählen lernen. Das Gute tun und das Böse lassen. Adam
überlegt bei sich selbst.
„Sterben?
Ist das vielleicht aufhören zu leben? Das wäre ja schrecklich. Das möchte ich
nicht.“ Und er wendet sich resolut ab. Es gibt noch genug andere Bäume von
denen man essen kann... Bäume mit runden Früchten, mit kleinen Früchten, Bäume
mit Trauben. GOTT hat sich alles gut überlegt.
In den
Bergen von Eden entspringt ein Fluss, der sich weiter unten in vier Ströme
aufteilt. Überall im Paradies kannst du das Wasser rauschen hören. Hier und
dort gibt es herrlich erfrischende kleine Wasserfälle. An spezielle Stellen kommen die Tieren zum
trinken. Adam schaut zu. Sie haben
überhaupt keine Angst. Er bemerkt bald, dass sie ihn sogar folgen.
„Komm mal
her,“ sagt er zu einem Tier mit gelben Augen und eine gewaltige Mähne am Kopf.
Zeig mir mal deine Zähne. Es öffnet gehorsam sein großes Maul. Adam berührt
auch den Schwanz mit dem Pinsel am Ende.
„Adam,“
ruft GOTT plötzlich, „ Gib ihn doch einen Namen.“
Das ist ja
toll! Adam darf den Tieren Namen geben.
„Ich nenne
dich Löwe,“ sagt er, „Du wirst der König der Tiere sein.“
GOTT Vater hat viel Spaß mit Adam. Er bringt
noch viel mehr Tieren zu ihm, sogar die Vögel kommen herbei geflogen, sie
bekommen alle einen Namen. Das ist nicht einfach. Du musst genau schauen was so
ein Tier macht und wie sein Charakter ist. Stell dir vor, du nennst einen
Strandläufer Rotkehlchen oder eine Möwe Uhu.
Adam
bewundert GOTT immer mehr. In der ganzen Schöpfung sieht man seine Weisheit.
Irgendwann bemerkt Adam aber etwas Eigenartiges. Genau das hatte GOTT auch
beabsichtigt. Alle Tiere sind zu zweit. Männchen, Weibchen, Männchen, Weibchen.
Wo aber ist der Mensch der zu ihm passt? Er denkt nicht mehr an die Tieren,
sondern schaut sich suchend um, er ruft sogar.
Seine Worte hallen von den Bergen zurück.
„Es ist
nicht gut, dass der Mensch allein ist,“ sagt GOTT. Ich werde ihm eine Frau
machen, die zu ihm passt.“
Er lässt
Adam in einen tiefen Schlaf fallen. Vorsichtig, ohne ihn zu verletzen nimmt
GOTT eine seiner Rippen. Davon baut er eine Frau. Sie wird zarter, schöner und
weicher. Sie sieht Adam ähnlich, aber doch wieder nicht, auch ihr Charakter ist
anders.
„Adam,
aufwachen,“ sagt GOTT, „Schau doch mal!“
Zwei
strahlende Augen schauen Adam aus einem hübschen Gesicht umrahmt von dichten
Locken an. Adam traut seinen Augen nicht. Eine Frau für ihn? Die genau zu ihm
passt und mit der er sich unterhalten kann? Er freut sich riesig.
„Vielen,
vielen Dank, GOTT Vater!“ ruft er, während er auf sie zugeht. „Sie ist genau
das, was ich gesucht habe. Ich nenne sie Männin.“
Adam nimmt
ihre kleine Hand in seine größere Faust und überglücklich spazieren sie davon
um zusammen GOTTes Weisheit in der Schöpfung zu entdecken.